Wer etwas säht hofft auf die Ernte. Der Bauer säht den Weizen und freut sich schon auf das Brot. Die Hausfrau säht den Samen für Wassermelonen und wartet darauf, dass sie so besonders süß schmecken werden, wie es ihre Kinder mögen. Die Großmutter säht ihre neue Petuniensorte aus und wartet gespannt darauf, welche schöne Farbe die Blumen wohl haben werden. Der Bauer, die Hausfrau, die Großmutter: Sie sähen und warten. Sie sähen und hoffen.
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Von der Saat bis zur Ernte vergeht oft eine lange Wartezeit. Wenn der Boden gut vorbereitet ist und das Wetter mitspielt, dann wird aus dem Samen eine Erntefreude. Klar gehört auch die Pflege der Pflanzen dazu, da oft das Umkraut viel schneller wächst. Hacken, düngen, beobachten und – warten! Hoffen auf das Wunder des Lebens: aus einem kleinem Saatkorn wird eine kräftige neue Pflanze, die neue Saatkörner trägt. Der Author Phil Bosmans sagt: Jedes Saatkorn ist ein reiches Versprechen, es trägt eine ganze Welt in sich.
Ähnlich wie ein Saatkorn ist das Gebet. Wer betet, wartet darauf, dass er von Gott gehört wird – auch wenn seine Worte gar nicht laut gesagt wurden. Manchmal bleibt das Gebet in der Stille des Menschenherzens verborgen, wie das Saatkorn in der Dunkelheit der Erde. Aber Gott hört auch auf die leisesten Wünschen unseres Herzens. Gott lässt das Saatkorn nicht allein undschenkt ihm die Kraft des Lebens: Es besteht Hoffnung, das Leben geht weiter!
Das Saatkorn ist das große Geheimnis von Leben und Sterben, von Stille, Einfachheit und Verborgenheit. Es überlässt sich der Dunkelheit derErde. Es fühlt die Wärme der Sonne. Es trinkt den Segen des Regens. Das Saatkorn sieht die Ähre nicht, aber es glaubt daran.
Auch wenn die Angst und die Verzweiflung manchmal schneller als unser Glauben wachsen,können wir uns bewusst sein, dass Gott uns nicht in Stich lässt. Er will ein gelungenes Leben für jede seiner Kreaturen.
Wer säht muss hoffen und warten. Wer betet auch. Das Leben des Menschen und der Natur sind von der Gnade Gottes abhängig. In der Stille seines Herzens, hoffnungsvoll wie ein Saatkorn, hat
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jeder Mensch vieles, was er von Gott verlangt und auch noch so vieles, wofür er danken kann. Nicht jedes Saatkorn wächst, gedeiht und bringt Früchte. So scheint es mit manchen Gebeten zu sein, da nicht jeder unserer Wünsche in Erfühlung geht. Vieles werden wir sicherlich nicht verstehen, und es kann so scheinen, als ob Gott uns nicht gehört hätte. Aber auch dann können wir sicher sein, dass der Wille Gottes für uns höher ist als unser Verständnis. Gott meint es gut mit uns. Er will, dass unser Leben gedeiht und Früchte bringt.
Wie der Bauer, die Hausfrau und die Großmutter auf die Ernte geduldig hoffen, so können wir beten lernen. Auch wenn die Ernte nicht so gut ist, wie wir es gehofft haben, gibt es immer noch unzählige kleine und große Wunder um uns herum. Auch dafür können wir dankbar sein.