Das neue Jahr 2015 hat gerade begonnen und ist erst einige Tage alt. Ich weiß nicht, wie es Ihnen am Jah- reswechsel geht. Ich denke dann immer über das alte Jahr nach, lasse Erlebnisse und Begegnungen, Schönes und Schwieriges noch einmal durch den Kopf gehen. Was hat geklappt im vergange- nen Jahr, was möchte ich im kommenden Jahr ändern? Ich fasse voller Freude neue und gute Vorsätze. Und dann beginnt das neue Jahr.
Doch schon jetzt nach nur wenigen Tagen im neuen Jahr merke ich: Da hat das neue Jahr doch wieder mit Sorgen gestartet und gerade jetzt zu Beginn stehen die zu bewältigenden Aufgaben wie ein Berg vor mir.
Gedanken kreisen mir im Kopf herum: War nicht letztes Jahr alles besser, was wird die Zukunft bringen? Schaffe ich alles, was ich mir vorgenommen
habe? Erwartungen und Ziele tauchen vor mir auf. Druck baut sich auf, den eigenen Erwartungen und den Erwartungen anderer zu genügen. Und ehe ich mich versehe, merke ich, wie meine Gedanken immer schneller zu kreisen beginnen. Gerade die ersten Tage eines neuen Jahres sind eine turbulente Zeit. Wir schauen zurück, nach vorne und sind doch gleichzeitig im Hier und Jetzt. Was hält, was trägt mich?
Pfarrer Tim Winkel schreibt dazu: „Mir gibt ein Vers aus dem Hebräerbrief Kraft und Ausblick: ‘Jesus Christus, gestern, heute und derselbe auch in Ewigkeit’. Ein kurzer und doch allumfassender Vers. Dieser Vers sagt mir, dass ich bei all meinen Überlegungen eine feste Konstante habe, auf die ich mich verlassen darf. Jesus Christus geht mit durch alle Zeiten. Er geht mit uns auf unseren Wegen. Auf den Wegen, die wir schon gegangen sind und auch auf denen wir gerade gehen.
Guter Gott:
In deinem Namen
beginnen wir ein
neues Jahr.
Von dir kommt
unsere Zeit. |
Auf den Wegen mit den Fragen und Sorgen, auf den sonnigen und erfreulichen Wegen aber auch auf den Zielgraden die wir vor Augen haben. Und er wird uns nicht verlassen, er ändert nicht auf einmal seine Meinung, sondern bleibt auch derselbe in Ewigkeit. Das ist weiter als unsere persönlichen Wege uns führen werden. Das reicht bis über den Tod hinaus.
Bei allem Trubel am Anfang eines neuen Jahres bekomme ich hier wieder Orientierung. Wenn ich darauf vertraue, dass Christus mich begleitet in meinem Leben, dann geht es sich doch gleich sicherer in die weitere Zukunft. Denn bei allen F r a g e n , Sorgen, Rückblicken und Ausblicken gibt er mir sicheren Halt. Denn bei ihm bin ich geborgen. Und das gilt uns jeden Tag des neuen Jahres: Ich kann immer wieder neu anfangen und Kraft für die anstehenden Aufgaben schöpfen. Wir sind nicht allein. Jesus hat uns versichert: Fürchtet Euch nicht. Ich bin bei Euch alle Zeit bis an das Ende der Welt!“
Ein jegliches hat seine Zeit, und alles Vorhaben unter dem Himmel hat seine Stunde, so steht es auch in der Bibel: geboren werden hat seine Zeit, sterben hat seine Zeit; pflanzen hat seine Zeit, ausreißen, was gepflanzt ist, hat seine Zeit; abbrechen hat seine Zeit, bauen hat seine Zeit; weinen hat seine Zeit, lachen hat seine Zeit; klagen hat seine Zeit, tanzen hat seine Zeit; Steine wegwerfen hat seine Zeit, Steine sammeln hat seine Zeit; suchen hat seine Zeit, verlieren hat seine Zeit; behalten hat seine Zeit, wegwerfen hat seine Zeit; schweigen hat seine Zeit, reden hat seine Zeit; Streit hat seine Zeit, Friede hat seine Zeit. (Prediger, Kap.3)
Ja! Ein neues Jahr steht uns bevor. Was uns entge genkommen wird, steht in Gottes Händen – und das ist gut so. In allen Jahreszeiten unseres Lebens, seien wir jung oder alt, ist Gott bei und mit uns, als treuer Wegweiser und Begleiter. Er kennt unsere Freuden, unsere Wünsche, unsere Nöte und Sorgen. Gott kennt unsere Herzen und weiß genau, ob da gerade Frühling oder Winter herrscht.
Gott schenkt uns täglich die Möglichkeit, ein neues Leben anzufangen, mit Ihm und mit unseren Mitmenschen. Genau aus diesem Grund können wir voller Zuversicht ins neue Jahr schauen. Möge Gott uns in un- serem Glauben festigen und uns Dankbarkeit lehren. Und so können wir, wenn dieses Jahr vorbei sein wird, sehen was Er an kleinen und großen Wundern, an herrlichen Pflanzen, Blüten und Früchten unter uns geschaffen hat.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie immer wieder neu Vertrauen fassen und auch in den turbulenten Zeiten des neuen Jahres wissen, dass Sie nicht allein auf Ihrem Weg sind!
Herr des Lebens, lass uns jeden Abschnitt unseres Lebens als Geschenk von Dir betrachten und genießen. Lass deinen Willem mit Liebe an uns geschehen, indem du uns jeden Tag des neuen Jahres in deine Arme nimmst. Amen.

Pfarrer
Jaime Jung